Sonir/Blog/Veröffentlicht 2026-08-06

Wie exportiert man PEQ nach REW oder Equalizer APO?

Sonirs Auto PEQ verlässt die App als eine Textdatei im REW-Filter-Settings-Format. REW liest sie direkt, die Preamp- und Filter-Zeilen passen in die config.txt von Equalizer APO.

room-eqhowto
nadai
nadai

Entwickler von Sonir.

Ich habe einmal zehn erzeugte Filter vom Handydisplay abgelesen und in REW von Hand nachgetippt. Beim dritten wurde aus 1,40 eine 4,10, und ich habe einen Abend lang einen merkwürdig aufgeblähten Bass gehört. Genau dafür gibt es den Export.

Kurz gesagt

Sonir gibt PEQ in genau einem Format aus: als Text im Filter-Settings-Format von REW. REW lädt ihn unverändert. Für Equalizer APO entfernt man die beiden Kopfzeilen und setzt die Zeilen Preamp: und Filter N: in die config.txt. Drin stecken bis zu 10 Peaking-Filter (PK) und ein negativer Preamp als Headroom. Vorschau und Export sind beide kostenlos.

Warum ein Format reicht

Das Filter-Settings-Format von REW ist in dieser Ecke der Audiowelt zur gemeinsamen Sprache geworden. Eine Zeile pro Filter, so:

Preamp: -6.0 dB
Filter 1: ON PK Fc 42.0 Hz Gain -6.00 dB Q 1.400
Filter 2: ON PK Fc 68.5 Hz Gain -3.20 dB Q 2.100

Die ParametricEQ-Syntax von Equalizer APO hat fast dieselbe Zeilenform. Deshalb stellt Sonir keine Formatauswahl davor: eine Textdatei erreicht beide. Wer einen miniDSP fährt, lädt sie am schnellsten erst in REW und rundet dort auf die Bandzahl des Geräts herunter.

Wie Sonirs Auto PEQ zu REW und Equalizer APO kommt Ein Exportformat. REW lädt es direkt, APO übernimmt es ohne die beiden Kopfzeilen

Lesen können sollte man die Zeile auch. PK heißt Peaking, Fc ist die Mittenfrequenz, Gain das Maß der Anhebung oder Absenkung, Q die Breite, die mit steigendem Wert schmaler wird. Sonir setzt die Filter beginnend beim größten Restfehler innerhalb von 20–300 Hz (Voreinstellung), die oberen Zeilen tragen also am meisten. Auf Hardware mit weniger Bändern wirft man zuerst die unteren weg.

Schritte

  1. Mit kalibriertem Mikrofon sweepen: Auto PEQ erscheint nur bei hinterlegter Kalibrierdatei. Aufnahmespitze zwischen -6 und -12 dBFS.
  2. FR-Karte in den EQ-Modus bringen: gespeicherte Messung öffnen, Frequenzgangkarte von FR auf EQ kippen. Messung und Ziel liegen übereinander.
  3. Ziel und EQ-Obergrenze wählen, dann erzeugen: Flat / Tilt / Harman / B&K, Obergrenze bei den voreingestellten 300 Hz. “Auto PEQ erzeugen” liefert Filterliste, Preamp und die grüne After-Kurve.
  4. Exportieren: “PEQ exportieren (REW/APO)” öffnet das Teilen-Menü. Die Datei heißt sonir_peq_<Mess-ID>.txt. Sich selbst mailen oder in eine Cloud legen und am Rechner aufmachen.
  5. In REW laden: im EQ-Fenster die Filtereinstellungen aus der Datei laden. Fc, Gain und Q kommen exakt so an, wie sie erzeugt wurden.
  6. Nach Equalizer APO übertragen: die beiden Kopfzeilen behandeln, dann Preamp: und Filter N: in die config.txt setzen.

Wo APO stolpert

Der exportierte Text beginnt mit diesen beiden Zeilen:

Filter Settings file
Generated by Sonir · https://sonir.app

REW überliest sie. Die config.txt von Equalizer APO liest jede Zeile ab dem ersten Zeichen als Syntax, also entweder mit führendem # auskommentieren oder löschen. Zeilen, die ohnehin mit # beginnen, etwa # measurement:, können bleiben.

Und noch etwas: die Zeile Preamp: nicht verlieren. In ihr steht ein negativer Wert, der den Headroom für alles Angehobene vorab reserviert. Sonir begrenzt die Anhebung auf +6 dB, ohne Preamp stößt das Band trotzdem an die Decke. Der Bass zieht die meiste Leistung, dort taucht die Verzerrung zuerst auf.

Wer Routine hat, schreibt nicht direkt in die config.txt, sondern hält die Filter in einer eigenen Datei hinter Include: sonir_peq.txt. Nach jedem Umstellen des Raums oder Wechsel der Geräte wird neu gemessen, und dann muss nur diese eine Datei getauscht werden. Nebenbei: wer zwischen Räumen oder Lautsprechern wechselt, schiebt ganze Profile allein durch Aus- und Einkommentieren der Include-Zeile hin und her.

Häufige Fragen

Gibt es getrennte Dateien für REW und APO?

Nein. Es gibt genau einen Export, eine Textdatei im Filter-Settings-Format von REW. REW liest sie direkt, und Equalizer APO übernimmt Preamp- und Filter-Zeilen unverändert, sobald die beiden Kopfzeilen entfernt sind.

Muss die Preamp-Zeile drin bleiben?

Ja. Sonir berechnet automatisch einen negativen Preamp, damit die angehobenen Bänder nicht clippen. Ohne ihn verzerrt die Wiedergabekette dort, wo der PEQ bis zu +6 dB addiert.

Werden Shelf-Filter ausgegeben?

Nein. Der aktuelle Auto PEQ setzt ausschließlich Peaking-Filter (PK), höchstens 10 Stück. Auch die Bassanhebung einer Zielkurve wird durch überlagerte Peaking-Filter angenähert statt durch ein Shelf.

Kann man nach WiiM, Roon oder miniDSP exportieren?

Direkt derzeit nicht. Für miniDSP ist der Weg über REW der praktikable. WiiM und Roon werden nicht unterstützt: dort exportiert man die Frequenzgang-CSV (freq_hz,measured_db,target_db,error_db) und baut die Filter von Hand nach.

Ist der Export kostenlos?

Nein. Den Auto PEQ erzeugen, die Filterliste lesen, die vorhergesagte Korrekturkurve sehen und das Ganze als Datei herausnehmen ist alles kostenlos.

Verwandte Artikel


Mit Sonir messen

Sonir ist eine App, die Messung und Vergleich von Akustik auf dem Smartphone erledigt. Frequenzgang per Sweep messen, aus der Differenz zur Zielkurve den PEQ für 20–300 Hz erzeugen lassen und ihn so exportieren, dass REW und Equalizer APO ihn lesen. Alles ist kostenlos, auch der Export.

Im App Store laden. Android demnächst. Mehr auf der Funktionsseite.