Sonir/Blog/Veröffentlicht 2026-08-12

Echt oder nicht? Hi-Res in fünf Schritten prüfen

Wie sich am Spektrum prüfen lässt, ob eine Hi-Res-Datei echt ist: Die angegebene Abtastrate bestimmt den Maßstab, danach zählen effektive Bandbreite, Flankensteilheit und der Vertrauenswert.

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nadai
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Entwickler von Sonir.

Ein leises Akustikstück kam als unentschieden zurück. Mit der Datei war nichts, oberhalb von 2 kHz gab es einfach keine lesbare Energie. Über eine Prüfung entscheidet weniger das Urteil als der Umgang mit den Zahlen dahinter.

Die kurze Antwort

Die Reihenfolge steht fest: angegebene Abtastrate, effektive Bandbreite, Flankensteilheit. Wer so vorgeht, versteht auch, warum dasselbe Spektrum zu verschiedenen Urteilen führen kann. Jedes Urteil kommt mit einem Vertrauenswert, ein einzelner Titel entscheidet also nichts.

Warum die Reihenfolge zählt

Die angegebene Abtastrate steht am Anfang, weil sie den Maßstab umschaltet.

Über 50 kHz, also ab 88,2 kHz, gilt der Hi-Res-Maßstab. Die Frage lautet, ob der Inhalt im CD-Gebiet bleibt, ob die effektive Bandbreite also 26 kHz erreicht. Tut sie das nicht, steht Upsampling im Verdacht, und je weiter darunter, desto höher der Vertrauenswert.

Bei 44,1 kHz oder 48 kHz ist die Hülle ehrlich, hier greift ein anderer Maßstab. Gesucht werden Spuren verlustbehafteter Herkunft: Die Bandbreite muss unter 86 Prozent der Nyquistfrequenz liegen und der Abfall zugleich 48 dB/Okt. überschreiten. Beides, sonst kein Urteil. Schmal allein sagt nichts, denn viele Aufnahmen haben oben schlicht kein Material und klingen sanft aus.

Dasselbe Spektrum, das bei 22 kHz endet, ist unter einer 96-kHz-Angabe verdächtig und unter 44,1 kHz völlig normal. Gemessen wird nicht der Inhalt, sondern der Widerspruch zwischen Inhalt und Angabe.

Ablaufdiagramm von der angegebenen Abtastrate über Bandbreite und Flankensteilheit zum Urteil Die Angabe teilt den Maßstab, Bandbreite und Flanke entscheiden. Fehlt oben jede Energie, endet es vorher bei unentschieden

Die Schritte

  1. Maßstab über die Abtastrate festlegen: über 50 kHz Hi-Res-Angabe, 44,1 oder 48 kHz CD-Gebiet.
  2. Effektive Bandbreite ablesen: höchste Frequenz über -60 dB unter dem Spitzenwert. Bei Hi-Res-Angabe ist 26 kHz die Grenze.
  3. Bei CD-Raten die Flanke ansehen: unter 86 Prozent der Nyquistfrequenz und steiler als 48 dB/Okt. heißt verlustbehaftet.
  4. Vertrauenswert lesen: Verdacht ab 0,5, unentschieden fest bei 0,30, um 0,6 herum Grenzbereich.
  5. Zweiten Titel gegenprüfen: derselbe Abfall bei derselben Frequenz über ein Album hinweg ist Bearbeitung.

An der Prüfung ist kein Mikrofon beteiligt. Raum und Lautsprecher liegen außerhalb des Wegs, dieselbe Datei liefert also auf jedem Gerät dieselben Zahlen. Erst das macht Schritt fünf praktisch brauchbar.

Wo richtige Zahlen trotzdem danebenliegen

Die Messung der Flankensteilheit nimmt eine Abkürzung. Verglichen wird der Pegel an der effektiven Bandbreite mit dem Pegel eine Oktave darüber, und die Differenz gilt als dB/Okt. Sitzt die Grenzfrequenz so hoch, dass die Oktave darüber aus dem ausgewerteten Bereich fällt, wird die Differenz klein. Eine steile Wand kann so eine bescheidene Zahl bekommen.

Der zweite Fall: Dither und Noise-Shaping heben den Rauschteppich im Hochtonbereich an, und ein angehobener Teppich liest sich wie erweiterte Bandbreite. Die obere Grenze fällt hoch aus, gemessen wird aber Rauschen statt Material. Über Schwellen allein lässt sich das nicht trennen, und die Schwellen selbst werden noch an echten Dateien nachjustiert.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein unentschiedenes Urteil?

Oberhalb von 2 kHz blieb kein Wert über -60 dB unter dem Spitzenwert. Bei nahezu stillen Passagen oder sehr leisen Aufnahmen fehlt schlicht das Material, und die Analyse sagt das, statt zu raten. Es heißt nicht, dass die Datei gefälscht ist. Der Vertrauenswert steht dann fest bei 0,30.

Warum führt dieselbe Grenze bei 22 kHz zu zwei Urteilen?

Weil die angegebene Abtastrate den Maßstab wechselt. Eine Datei mit 96-kHz-Angabe, die bei 22 kHz endet, deutet auf Upsampling hin. Bei 44,1 kHz liegt die Nyquistfrequenz jedoch bei 22,05 kHz, dort ist genau das richtig. Gleicher Inhalt, andere Bedeutung, weil die Hülle etwas anderes behauptet.

Wird die ganze Datei ausgewertet?

Höchstens die ersten 90 Sekunden. Pro Abschnitt entsteht ein Spektrum mit 8192 Punkten, und je Frequenz wird der Maximalwert behalten statt gemittelt. Ein Mittelwert über den ganzen Titel ließe ein leises Stück wie abgeschnitten aussehen.

Ab welchem Vertrauenswert kann man dem Urteil folgen?

Eine klare Linie gibt es nicht. Um 0,9 herum liegt die Bandbreite weit von der Schwelle entfernt, um 0,6 herum nahe an der Grenze. Lesen Sie neben dem Urteil immer die Werte für Bandbreite und Flankensteilheit, und probieren Sie im Grenzbereich einen zweiten Titel.

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Mit Sonir prüfen

Sonir erledigt Aufnahme, akustische Messung und Vergleich auf dem Smartphone. Das hier beschriebene Urteil entsteht automatisch. Ein Mikrofon ist nicht beteiligt: Datei auf dem Gerät auswählen, und Bandbreite, Flankensteilheit und Vertrauenswert stehen auf einem Bildschirm. Der Prüfbereich ist kostenlos.

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